Schlafstörungen

Insomnie

Schlaf ist ein sehr komplexes biologisch-psychologisches Phänomen. 1. Psychiatrische Krankheiten Schlaferkrankungen können unterschiedliche Gründe haben: Über die Hälfe aller Schlafstörungen sind Anzeichen oder Begleiterscheinungen von psychiatrischen Erkrankung. Besonders oft sind Betroffene mit Tiefstand betroffen: Neben Problemen beim Ein- und Durchschlafen der Nacht wachen die Betroffenen in der Regel in den späten Vormittagsstunden auf, danach können sie nicht wieder einachsen. Die Schlafverteilung am Tag ändert sich bei Demenzkranken oft erheblich, so dass im äußersten Fall die Betroffenen nahezu ausschließlich am Tag und in der Nacht aufwachen.

Alkoholmissbrauch und Drogenabhängigkeit verursachen eine Vielzahl von Schlafstörungen, aber sehr oft gibt es schwerwiegende Schlafstörungen, die auch nach Wegfall der Auslösesubstanz über Jahre anhalten können. Primärschlaflosigkeit ist ein klinisches Bild, in dem schwerwiegende Ein- und Einschlafstörungen mit Beeinträchtigung des täglichen Wohlbefindens ohne signifikante Anzeichen einer anderen Psychiatrie auftauchen.

Diese Art der Schlaferkrankung ist auch für die Betroffenen sehr stressig und erfordert daher zwingend eine Therapie. Zahlreiche Neurologieerkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsie, Hirntumore und Schlaganfälle führten zu erheblichen Schlafstörungen und in einigen Fällen zu einer erhöhten Tagesschnelligkeit. Gewisse Krankheiten des Zwischenphalons können zu massiver Tagesermüdung bei idiopathischer Überempfindlichkeit oder Schlafstörungen auslösen.

Neurologische Krankheiten umfassen auch nachtaktive Bewegungserkrankungen, von denen das Restless Legs Syndrom die bedeutendste ist, das nachts unangenehme Beschwerden für die niederen Extremitäten verursacht, das Einschlafen behindert und zu unfreiwilligen Nachtschlafbewegungen führt, die die Schlaffortführung unterbrechen. Viele andere nachtaktive Bewegungsbeschwerden, wie z.B. Nachtwandeln, können den Schlafrhythmus einschränken.

Insbesondere, aber nicht nur Menschen, das Geschnarche, zeigen im Laufe des Schlafes oft Atembrüche. Schlafapnoe dauert durchschnittlich 30 Sek., kann aber auch ein bis zwei Min. andauern. Die gebräuchlichsten sind so genannte hinderliche Apnoen, bei denen die Luftwege im Laufe des Schlafes durch zu intensives Entspannen der Muskeln und zu straffe Anatomie im Rachen zusammenbrechen.

Nach jeder Atmungspause kommt es zu einer Aufwachreaktion, weshalb der Schlafrhythmus solcher Patientinnen und Kunden stark beeinträchtigt wird. Derartige Atmungspausen, die bei stark beeinträchtigten Menschen mehrere hundert Mal pro Tag auftreten, unterbrechen nicht nur die Schlafdurchgängigkeit, sondern verursachen auch jedes Mal eine erhebliche Belastungsreaktion mit der Freisetzung von Belastungshormonen. Daher ist das Apnoe-Syndrom eine Krankheit, die mit einem höheren Risikopotenzial für Gefäß- und Stoffwechselkrankheiten einhergeht.

Die Mehrheit der Patientinnen und Patientinnen merkt diese Schlaflosigkeit nicht selbst und hat nur eine erhöhte Müdigkeit am Tag. Viele Krankheiten, die nicht in erster Linie das Hirn befallen, können einen erheblichen indirekten negativen Einfluss auf den Schlafrhythmus haben. Dazu zählen Hormonerkrankungen (z.B. Schilddrüsen-, Hypophysen-, Nebennierenrindenerkrankungen) aber auch chronische Entzündungsprozesse wie Rheumaarthritis und Krebs.

Sämtliche mit Schmerz verbundenen Krankheiten können den Schlafrhythmus stark beeinträchtigen, und andererseits scheint eine Zunahme der Schmerzsensitivität bei chronischen Schlafstörungen zu erfolgen. Kleine Alkoholmengen (ein Gläschen Rotwein oder Bier) können Ihnen helfen, einzuschlafen. Allerdings erschwert alkoholischer Konsum den Durchschlaf und reduziert die allgemeine Ruhe des Schlafs. Zahlreiche Arzneimittel für verschiedene Krankheiten können Schlafstörungen hervorrufen (bitte achten Sie auf die Beipackzettel!) und gewisse Schlaftabletten zu einer dauerhaften Abhangigkeit und zu weiteren vorhandenen, teilweise gar ansteigenden Schlafstörungen anregen.

Natürlich hat das Schlafumfeld einen großen Einfluß. Geräusche, Lichtbedingungen, Umgebungstemperatur, all diese Einflussfaktoren können den Schlafrhythmus erheblich mindern. Hinzu kommen Verhaltensmuster, die für einen gesünderen Schlafrhythmus schädlich sind. Dazu gehören unregelmässige Schlafzeiten, Schichtbetrieb, grosse Mengen an Speisen zum Nachtessen, sehr intensive Sportarten unmittelbar vor dem Zubettgehen u. ä..

Ängste und Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und im Berufsleben verursachen oft vorübergehende Schlafstörungen. Bei akuter Sorge sind solche Schlafstörungen keine Krankheit und verschwanden in der Praxis meist erst nach dem Absinken des Stressers. Bestehen jedoch die private und berufliche Belastung weiter oder hält die Schlaferkrankung deutlich an, ist es ratsam, das Problem zu klären und gegebenenfalls zu behandeln.

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